Landschaftsfotografie – Die Grundlagen - F-ZWO-ACHT - Fotografie
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Landschaftsfotografie – Die Grundlagen

Wie mache ich gute Landschaftsfotos.

Landschaftsfotos sind grundsätzlich ja erst mal  Fotos von Landschaften. Jeder kann also Landschaftsfotos machen. Aber wie machst Du ein Landschaftsfoto interessant oder sogar außergewöhnlich. In diesem Artikel zeige ich Dir wie!

Es gibt ein paar Tipps, die ich Dir geben kann, die Deine Fotos interessanter machen. Natürlich ist es oft geschmackssache, aber wenn man sich z.B. bei 500px die Top Landschaftsfotos anschaut, haben diese meist einige Gemeinsamkeiten.

Viele Dinge wie z.B. das Wetter oder das Licht lassen sich nicht beeinflussen. Da hilft einem nur der Faktor Zeit, also entweder warten bis das Szenario so ist, wie man es sich wünscht, oder man muss sogar an einem anderen Tag noch mal wiederkommen um DAS Foto zu machen, welches man sich vielleicht vorstellt. Dies mache in seltenen Fällen mal im Urlaub oder quasi vor der Haustüre aber mein Momentane Arbeits-/Lebenssituation lässt dies meistens nicht zu.

Also was kannst Du machen um mein Foto interessanter zu machen.

1. Die Perspektive

Eine besondere Perspektive kann dem Bild einen ganz anderen Charakter geben. Bilder vom Sonnenuntergang am Strand kennt jeder. Das Standardbild aus der Ottonormalperspektive aus durchschnittlich 1,70 m Höhe ist sicherlich okay, aber langweilig. Warum nicht also mal knapp über den Sand oder das Wasser gehen und von dort aus ein Foto machen. Schon hat man etwas, was 85% der anderen nicht hat. Und vielleicht liegt gerade dort noch eine Muschel, ein Stein oder eine Schaumkrone?! Kommen wir zu Merkmal Nummer 2.

2. Der Vordergrund

Ein Vordergrund gibt dem Bild halt und Spannung und einen Ausgleich zum sonst vielleicht langweiligen Horizont oder der Landschaft. Dies kann z.B. hohes Gras, ein Stein im Wasser, oder auch ein größeres Element wie z.B. eine Fischerhütte, ein Leuchtturm oder eie alte Mole sein. Deswegen muss man manchmal seinen Standpunkt verlassen und mal ein paar Meter hin und her gehen und die Augen offen halten. In 90% der Fälle lässt sich was passendes finden. Wenn man nun etwas interessantes entdeckt hat, muss man es noch im Bild unterkriegen. Damit kommen wir zum dritten Merkmal.

Eine Auswahl meiner Landschaftsfotos

Diese Bilder entstanden in Norwegen und auf Norderney.

3. Die Brennweite

Viele Landschaftsaufnahmen leben von einer kleinen Brennweite, also einem großem Blickwinkel. An meiner alten Nikon D300 mit einem Cropfaktor von 1,5 habe ich viele Jahre lang mein Sigma 10-20mm für Landschaftsaufnahmen genutzt. Dies entspricht also einer Brennweite von 15-35 mm an einer Vollformatkamera. Nach dem Kauf meiner Nikon D750 und dem damit verbundenen Umstieg auf Vollformat konnte ich dieses Objektiv nicht mehr benutzen. Mittlerweile besitze ich ein Nikkor 16-35mm f/4. Mit dieser Kombination konnte ich bisher noch keine Erfahrungen sammeln. Aber im Laufe des Jahres werden bestimmt die ersten Landschaftsfotos mit dieser Kombi entstehen und entweder bei 500px, Facebook oder hier auf der Seite veröffentlicht werden. Der große Vorteil einer kleinen Brennweite ist zweifelsohne die Möglichkeit ein Riesen Blickwinkel auf einem Foto abdecken zu können. Somit kann man trotz platzierter Elemente im Vordergrund noch eine Menge Hintergrund mit einbeziehen. Dies ist wiederum auch die Schattenseite. Denn wen man viel abbildet muss man auch viel „komponieren“. Manchmal hilft es dann doch den Blickwinkel etwas einzugrenzen. Möchte man nun trotz aller Vorkehrungen dem Foto noch das i-Tüpfelchen aufsetzen kommt man um Punkt 4 bzw. 5 nicht herum.

4. Filter

Mit verschiedenen Filtern lässt sich noch mehr aus Landschaftsfotos herausholen. Es gibt unzählige Filter für jegliche Situationen, die teilweise noch aus der Zeit der analogen Fotografie stammen. Viele dieser „Effekte“ lassen sich heute aber auch digital im post-processing (der Bildbearbeitung) reproduzieren. Einige aber auch nicht, so z.B. der Polfilter (Polarisationsfilter). Ein Polfilter lässt Himmel blauer erscheinen oder minimiert Reflexionen, jedoch abhängig vom Winkel zur Sonne. Ein Polfilter gehört bei mir also zur elementaren Grundausstattung der Landschaftsfotografie.
Ein weiterer Filter, der zumindest teilweise digital ersetzt werden kann ist ein Grauverlaufsfilter. Dieser besitzt, wie der Name schon sagt, einen Verlauf im graubereich. Hier gibt es verschiedene Verlaufsarten und Stärken die je nach Motiv und Helligkeit (oder des gewünschten Effekts) variiert werden können. Diese gibt es z.B. von Lee Filters, Cokin bzw. Formatt/Hitech.

Diese Abbildungen zeigen die gängigsten Verlaufsfilter

0.3 Soft Gradient

0.6 Soft Gradient

0.9 Soft Gradient

0.3 Hard Gradient

0.6 Hard Gradient

0.9 Hard Gradient

Das Motiv aufgenommen ohne jegliche Filter.

Das Motiv aufgenommen mit Grauverlaufsfilter.

Das bearbeitete Endergebnis.

Es gibt weitere Formen der Verlaufsfilter wie z.B. sogenannte Reverse Gradients. Davon nutze ich auch einen. Dieser bietet nämlich nicht nur einen Verlauf in eine Richtung, sondern in zwei. Damit lassen sich z.B. sehr gut Sonnenuntergänge bei nahezu keiner Bewölkung bewältigen. Dort liegt der dunkelste Punkt im unteren Drittel und es gibt einen kurzen Verlauf nach unten und einen größeren nach oben.

Ein Reverse-Verlaufsfilter

Dann gibt es noch einen einfachen Graufilter. Dieser scheint auf den ersten Blick am wenigsten Sinn zu machen, da er nichts anderes tut, als das Bild in einer gewissen Stärke abzudunkeln. Doch genau hier liegt die Stärke des Filters. Aufgrund des eigentlichen zu dunklen Bildes verlängert man die Belichtungszeit um die Abdunklung wieder auszugleichen. Und je länger die Belichtung wird, umso weicher wird z.B. sich bewegendes Wasser oder vorbeiziehende Wolken. Dies ist ein Effekt, der sich nicht bei der Bildbearbeitung erzielen lässt und somit einen Graufilter unerlässlich macht.
Somit kommen wir zu Punkt Nummer 5 in der Landschaftsfotografie. Das was in keiner Fotoausrüstung fehlen sollte.

5. Das Stativ

Das Stativ ist das Werkzeug eines Landschaftsfotografen. Niemand möchte verwackelte Bilder. Gerade beim Einsatz von Filtern und Belichtungszeiten von 30 Sekunden und mehr schießt keiner mehr aus der Hand. Ganz abgesehen davon, das man mit Hilfe eines ordentlichen Stativs die unbequemsten Perspektiven für lange Zeit halten (lassen) kann. Man kann also ganz in Ruhe seine perfekte Position suchen und sich dann um alle Einstellungen an der Kamera kümmern. Belichtungsreihen machen, die Steckfilter justieren oder auch wechseln ohne seinen Bildausschnitt zu verändern. Helfen kann an dieser Stelle noch ein Fernauslöser um weitere Verwackler auszuschließen.

ergebnis

Punkt 6 lasse ich bewusst außen vor, möchte ihn aber gerne erläutern.

 

6. Das Objektiv

Braucht es für die Landschaftsfotografie teure Spezialobjektive die besonders lichtstark sind? Ich finde: nein!
Bei Landschaftsfotos greife ich selten auf die komplette Lichtstärke eines Objektives zurück. Wenn man weite Landschaften fotografieren möchte, möchte man im Normalfall den Vorder- sowie den Hintergrund scharf abgelichtet haben. Dafür muss man sowieso abblenden und die größtmögliche Blendenöffnung wird überflüssig. Ausnahmen bilden hier wiederum z.B. Nachtaufnahmen mit Sternenhimmel oder auch die Polarlichtfotografie. Einzig und alleine die Qualität der Linsen und die damit verbundene Abbildungsleistung können hier noch ihre Stärke ausspielen. Diese ist natürlich nicht zu unterschätzen, aber nicht die Ausrüstung macht das Bild, sondern der Fotograf. Und man kann die schönsten Landschaftsfotos mit nahezu jeder Kamera machen.

1 Kommentar
  • Foto UNICO

    17. Januar 2016 at 13:25 Antworten

    Schöne, kurze und prägnante Zusammenfassung, finde ich gut!

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